Irgendwann Ende 2007 flatterte ein Castingaufruf in mein Postfach. Betreff: Hauptrollenbesetzung für die neue deutsche TV-Serie „Lovers Lane“. Die Chancen, ohne eine Schauspielausbildung bei so einem Casting erfolgreich zu sein, sind natürlich schwindend gering, aber ich fuhr trotzdem hin und wollte mein Glück versuchen.
Ich schaffte es durch das erste Casting und auch beim Folgecasting konnte ich überzeugen. Zum Jahreswechsel hielt ich dann schlussendlich den Vertrag für die Besetzung einer der Hauptrollen in meinen Händen. Im April 2008 ging es zum Auftaktdreh nach Goa in Indien. Zum jetzigen Zeitpunkt stecken wir mitten in der Produktion für die ersten 6 Folgen.
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23.08.2008 - "Lovers Lane" Dreharbeiten in Köln
Wetterkapriolen in Köln kosteten uns Schauspielern und dem gesamten Team bei den Drehtagen Ende August reichlich Nerven. Tagelanger Platzregen warf den kompletten Drehplan durcheinander, der zu 80 % aus regenfreiem Aussendreh bestand. Endlich einmal Zeit um den Spa-Bereich des Hotels zu testen und Pokern zu lernen.

Wie ihr natürlich schon wisst, darf ich hier nicht über Konkretes zum Inhalt schreiben, auch nicht welche Szenen genau gedreht wurden. Ich kann aber sagen, dass Harald und Kirsten ihr Bestes taten, um flexibel zu agieren.

Schlussendlich beschränkten wir uns auf die Innendrehs in Köln und Düsseldorf und versuchten in Punkto Außendreh das Beste aus der Wetterlage zu machen. Im Klartext hieß das: Warten, warten, warten…. und auf Abruf bereit stehen für den Fall, dass es aufhört zu regnen!

Wir haben es hinbekommen, Gott sei Dank!



08.07.2008 - "Lovers Lane" Dreharbeiten in Bad Camberg und Düsseldorf
Drehalarm in Bad Camberg, einem kleinen verträumten Städtchen in der Nähe von Frankfurt.
Mit von der Partie war dieses mal auch ein kleiner verbeulter VW Golf Cabrio, der in "Lovers Lane" zum kultigen Fahruntersatz werden soll. Ich hätte nicht gedacht, dass das alte Ding die Fahrt über die Autobahn überlebt...

Gedreht wurde in Bad Camberg u.a. in einem Fitnesscenter. Hier noch einmal eine Bitte an den zuständigen Betreuer des Spa-Bereichs: das nächste Mal die Sauna bitte erst wieder einschalten, wenn der Dreh darin abgeschlossen ist. Hitze ist nicht so gut für sensible Technik..... (für Menschen mit schwachen Blutdruck übrigens auch nicht!)

Von Bad Camberg aus ging es weiter nach Köln, wo wir mit Gülchan Kamps drehten und von da aus nach Düsseldorf zu den letzten beiden Locations. Danke an dieser Stelle noch einmal an die Taxifahrerin, die sich spontan als Komparse einbinden ließ: Sie haben das ganz super gemacht!

Letzter Halt war der Flughafen Düsseldorf, wo wir ein letztes Mal einen Hauch von Indien versprühten, bevor es für alle nach Hause ging.



21.05.2008 - "Lovers Lane" Dreharbeiten in Hamburg
Herzlich willkommen und auf ein Neues bei „Hinter den Kulissen (denn über alles andere darf ich nicht reden) von "Lovers Lane“.
Vorab sei nur gesagt, dass wir weitere Szenen für die erste Folge gedreht haben und auch das Musikvideo zur Serie.

Ich habe während dieser Drehtage wieder erfrischende Weisheiten erfahren, die ich euch natürlich nicht vorenthalten werde und kann, da ich nicht wüsste worüber ich sonst noch schreiben dürfte…

Also fangen wir an:
Als aller Erstes: Es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen Bassisten und Gitarristen. Dieser Unterschied fällt nicht sofort ins Auge, aber man sollte ihn kennen. Musiker sind in dieser Hinsicht äußerst sensibel.

Des Weiteren habe ich erkannt, dass ich Agressiv-Szenen liebe! Besonders wenn man durch die immer und immer wieder gedrehten Schreisequenzen im Hausflur eines Mehrfamilienhauses mehr als nur einen Nachbarn bis zur Vergasung nerven kann. Allerdings sollte man den Requisitenwein nicht trinken, wenn man es sich nicht mit der Requisite verscherzen will und man keinen Wein verträgt. Das mit dem Kaffee lassen wir wohl besser auch …

Mit Yoga kann ich immer noch nicht viel anfangen, man sollte mir das also mal vormachen, sonst sieht das nachher total verrenkt aus. Schlechtes Wetter am Aussenset ist auch unvorteilhaft. Besonders, wenn man selber nicht viel an und nichts Warmes mit hat. Das freut allerdings die Herren der Schöpfung, weil Männer interessanterweise immer extrem viel Hitze ausstrahlen. Kunstblut ist toll! Mehr davon!

Zum Schluss noch das wohl Wichtigste: Auf Navigationsgeräte kann man sich innerhalb der Hamburger City nicht verlassen. Kostet nur unnötig Nerven (die des Regisseurs), Zeit (irgendwie fuhren wir immer im Kreis) und Geld (weil man im Endeffekt doch ein Taxi nimmt).

Viel Spaß mit der Interpretation dieser Informationsbruchstücke.



08.05.2008 - "Lovers Lane" Nach-Synchronisation in Berlin
Die Drehtage in Goa waren ja sehr erfolg- und lehrreich, aber wie immer ist nie alles perfekt und Regisseure nie zufrieden. Deshalb der Termin zur Nachsynchronisation.

Wenn das mit dem O-Ton mal nicht so hinhaut wie gewünscht, dann sperre man seine Darsteller zur Strafe stundenlang in ein Tonstudio und lasse sie bis zur Vergasung ihre Sätze aufsagen. Immer und immer wieder: „A- 1-2-3 und bitte!“ Solange, bis sie begriffen haben, dass sie vor der Kamera nicht nuscheln und zu leise sprechen dürfen. Klare Artikulation ist das Zauberwort!
Und wenn die Darsteller dann auch noch beim Kaugummi kauen erwischt wurden, erhöhe man die Disziplinarstrafe, indem man ihnen zweisprachige Szenen aufhalst und ihnen einen Sprachlehrer zur Seite stellt, der versucht aus ihrem Jargon eine echte Fremdsprache zu machen. Am Ende dieser lehrreichen Erfahrung herze man seine Darsteller noch einmal kräftig und schicke sie mit der gelernten Lektion wieder nach Hause.

   


31.03.2008 - "Lovers Lane" Auftakt-Dreharbeiten in Goa (Indien)
Es dürfte vermutlich allen klar sein, dass Auskünfte über den Inhalt der gedrehten Szenen meiner vertraglichen Schweigepflicht unterliegen… Aber das hindert mich ja nicht daran, zumindest zu erzählen, dass wir gedreht haben, wo wir gedreht haben und wie lange wir gedreht haben.

Hier einige Impressionen:
In Indien war es verdammt heiß, sodass sich aufgrund der permanenten Sonneneinstrahlung die Nasen der Filmcrew gepellt haben. Unser Kameramann wird demnächst einen Oscar für die besten Stunteinsätze hinter der Kamera bekommen. Co-Star Janina Elkin hat jeden Morgen zur allgemeinen Freude des Hotelpersonals Yoga am Strand gemacht. Keiner hat sich getraut Hühnchen zu essen, nur die dummen Englandtouristen, die ich abends vor den Toiletten getroffen habe, haben für diesen kulinarischen Fehler mit ihrer Gesundheit bezahlt.

Yoga sehe ich als modernste Foltermethode unserer Zeit. Am liebsten hätte ich den unendlich coolen, aber total verlausten Surfer-Hund mit nach Deutschland genommen. Unser Hotel war sehr schön, aber ich habe mich immer verlaufen. Man darf Co-Star Martin Scholz nicht glauben, wenn er behauptet „Klar können wir durch den Irrgarten abkürzen, da vorne geht’s gleich raus!“.

Die „Goa-Parties“ heißen wegen neuer gesetzlicher Bestimmungen jetzt „Goa-Headphone-Parties“. Rikscha fahren war voll cool, außer man bleibt mitten in einem Mosquitogebiet liegen… Der Verkehr in den Städten ist die Hölle und die schaulustigen Spontan-Statisten gucken „IMMER“ in die Kamera. Außerdem sollte man, zumindest in Indien, bei Autogrammwünschen nicht nach den Namen der Bittsteller fragen.

So, nun seid ihr genauso schlau wie vorher. Ich habe keine Klauseln gebrochen und somit bin zumindest ich glücklich. Ich werde euch auch weiterhin über das Treiben am Set auf dem Laufenden halten. Aber was wir da genau fabrizieren, dass müsst ihr Euch dann irgendwann mal selber ansehen!






    

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